Von Kirche zu Kirche


Donnerstag

Auf dem Weg von Bridger nach Pierre, der viertgrößten Stadt und Hauptstadt South Dakotas, hielten wir an zwei Reservatskirchen. Beide waren natürlich auf ihre eigene Art und Weise perfekt, aber sowohl im Hinblick auf Zustand und Ausstattung als auch der Lage, wirklich mitten im Nirgendwo und nur über Schotterpisten erreichbar, nicht mit deutschen Kirchen vergleichbar. Der Weg führte uns allerdings nicht direkt nach Pierre, sondern zunächst nach Little Eagle, wo wir für das diesjährige Mission Meeting, eine Art Landeskirchenratssitzung, der South Dakota Conference ein großes Zelt aufbauten. Das Areal ist sehr schön, allerdings gibt es in den beiden Gebäuden kein fließend Wasser und keine sanitären Anlagen, dafür aber ein schön gelegendes Plumpsklo ohne Tür. Von Little Eagle aus ging es dann innerhalb von zwei Stunden nach Pierre wo wir in zwei Nächte in einem Motel übernachtet haben.


Freitag

Nach dem Frühstück heute Morgen sind wir zur First Congregatonal Church gefahren. Allerdings mit eingebautem Umweg über einen Staudamm, der den Missouri vor Pierre aufstaut. Der Stausee hat einiges an Land der Sioux Stämme verschluckt auf dem unter anderem eine Missionskirche stand, die vor der Flutung allerdings versetzt und heute auf dem Staudamm besichtigt werden kann. Nach unserer Ankunft an der Kirche haben wir die letzten Stunden mit Jacquie verbracht, in denen sie mit uns Erlebtes reflektiert, Handlungsvoschläge gegeben und von eigenen Maßnahmen erzählt hat, mit denen sich Unrecht bekämpfen lässt. Nach dem Mittagessen ging es für sie dann zum Flughafen und für den Rest der Gruppe zum Kultur Museums South Dakotas. Dort wurde zunächst über das Leben der Sioux berichtet, dass sogar erstaunlich nüchtern und neutral, danach ging es aber sehr patriotisch weiter. Vom Museum aus ging es für Steak und Burger zum Cattleman’s Club und danach für Kultur zu einem Pow Wow. Ein Pow Wow ist simpel erklärt eine Art Festival auf Indianisch, mit Essen, Tanz, Musik und Wettkampf. Auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung die Kultur der Ureinwohner nahezu unverfälscht erleben zu dürfen.

Jan Kock

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